Lipödem & Hohlkreuz – Wenn Körperhaltung und Fettverteilung zusammenhängen

Lipödem & Hohlkreuz – Wenn Körperhaltung und Fettverteilung zusammenhängen

Viele Frauen mit Lipödem kennen es nur zu gut:
Die Beine und das Gesäß sind stärker ausgeprägt, während der Oberkörper vergleichsweise schmal bleibt. Diese typische Fettverteilung betrifft nicht nur das äußere Erscheinungsbild – sie kann auch unsere Körperhaltung und damit das gesamte Wohlbefinden beeinflussen.


Wie das Lipödem ein Hohlkreuz begünstigen kann

Beim Lipödem lagert sich Fettgewebe häufig am Gesäß, an den Oberschenkeln und über dem Po an. Diese zusätzlichen Fettdepots verändern die Statik des Körpers:
Das Becken kippt leicht nach vorn, und dadurch entsteht in der Lendenwirbelsäule eine verstärkte Krümmung nach innen – das sogenannte Hohlkreuz (Hyperlordose).

Diese Veränderung entsteht meist schleichend:

  • Das ausgeprägte Gesäß verschiebt den Körperschwerpunkt,
  • die Bauchmuskulatur wird gedehnt und geschwächt,
  • und durch die oft schmerz- oder spannungsbedingte Bewegungsreduktion baut der Körper Stabilität ab.

Das Ergebnis ist eine fehlende muskuläre Balance, die den unteren Rücken überlastet.


Typische Folgen eines Hohlkreuzes

Ein Hohlkreuz kann vielfältige Beschwerden mit sich bringen:

  • Rückenschmerzen, besonders im Lendenbereich,
  • Verspannungen im Becken- und Hüftbereich,
  • schnellere Ermüdung beim Stehen oder Gehen,
  • unangenehmes Druckgefühl beim Liegen auf dem Rücken.

Gerade nachts, wenn wir auf dem Rücken liegen, fällt das Becken durch das kräftige Gesäß oft automatisch ins Hohlkreuz.
Ein einfacher, aber wirkungsvoller Tipp: Lege die Beine leicht hoch, zum Beispiel mit einem Kissen unter den Knien. Das entlastet die Wirbelsäule und hilft, die Muskulatur zu entspannen.


Bewegung, Dehnung & Achtsamkeit

Regelmäßige Bewegung und gezielte Dehnübungen können helfen, die Körperhaltung zu verbessern und Verspannungen zu lösen.
Ich selbst habe erlebt, wie sehr tägliche Dehnung und bewusste Körperwahrnehmung dazu beitragen können, ein bestehendes Hohlkreuz nachhaltig zu korrigieren.

Besonders hilfreich finde ich die Übungsanleitungen von Ergotopia – dort werden Dehn- und Mobilisationsübungen anschaulich und einfach erklärt.

Bitte geht nur nicht ins Hohlkreuz bei den Übungen.

Kleine Tipps für die Praxis:

  • Ein Kissen unter den Knien kann beim Dehnen helfen, Druckschmerzen zu vermeiden.
  • Eine etwas dickere Isomatte >1,5cm schont die Gelenke und den unteren Rücken.
  • Anfangs können Druckschmerzen im Rücken, in der Hüfte oder am Gesäß auftreten – das ist normal. Mit regelmäßiger Übung werden diese Empfindungen deutlich besser.
  • Mit der Zeit wird man weniger empfindlich beim Liegen und Dehnen auf der Matte – der Körper passt sich an und gewinnt an Beweglichkeit.

Diese Übungen fördern nicht nur Beweglichkeit, sondern auch:

  • Achtsamkeit gegenüber dem eigenen Körper,
  • Stressabbau durch bewusste Atmung und ruhige Bewegung,
  • und ein besseres Gefühl für Haltung und Stabilität im Alltag.

Unterstützung durch Fachleute

Da jede Körperstruktur unterschiedlich ist, kann die Begleitung durch einen qualifizierten Physiotherapeuten sehr hilfreich sein.
Er oder sie kann individuell prüfen, wie stark das Hohlkreuz ausgeprägt ist, welche Muskeln zu stark oder zu schwach sind, und welche Übungen im Einzelfall am besten geeignet sind.


Fazit

Das Lipödem betrifft nicht nur das Fettgewebe – es beeinflusst unsere Haltung, Bewegung und unser Körpergefühl.
Ein stark ausgeprägtes Gesäß kann das Hohlkreuz verstärken, doch mit Bewusstsein, gezielter Bewegung und fachlicher Unterstützung lässt sich viel erreichen.

Schon kleine tägliche Routinen – ein paar Minuten Dehnung, bewusstes Sitzen und achtsames Atmen – können helfen, Haltung und Lebensqualität spürbar zu verbessern.


2 Kommentare zu „Lipödem & Hohlkreuz – Wenn Körperhaltung und Fettverteilung zusammenhängen“

  1. Avatar von Sylvie Thoss
    Sylvie Thoss

    Merci dass Du eis op dësen Zusammenhang opmierksam mëchs.

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